Relative Luftfeuchte

Die Aufnahmefähigkeit von Luft für Wasserdampf ist temperaturabhängig. Sie steigt mit der Temperatur bis zu einem jeweiligen Höchstwert, dem Sättigungsgehalt, gemessen in g/m³.

So kann 1m³ Luft bei einer Temperatur von 17°C maximal 14,4 g Wasserdampf aufnehmen und ist mit Aufnahme dieser Menge gesättigt. Bei 11° C ist die Sättigung dagegen schon bei 10 g/m³ erreicht.

Die relative Luftfeuchte ist das in Prozent ausgedrückte Verhältnis des tatsächlich vorhandenen Wasserdampfgehaltes zu dem der herrschenden Temperatur entsprechenden Sättigungsgehaltes.

Beispiel: Enthält Luft von 17° C im m³ 12 g Wasserdampf, dann ist die relative Luftfeuchte:

12g / 14,4g x 100 = 83 %

Kühlt man diese Luft ab, dann wird die Sättigung beim sogenannten Taupunkt (im Beispiel oben wären dies 14°C) erreicht. Bei weiterem Abkühlen bildet sich Niederschlag in Form von Nebel und Tauwasser.

Im Wohnbereich sollte die relative Luftfeuchte zwischen 45% und 55% liegen. Dies kann durch ein einfaches Hygrometer, welches man in jedem Supermarkt bzw. Baumarkt preiswert erhält, problemlos überprüfen. Um diese optimale Luftfeuchte zu erreichen, ist richtiges Heizen und Lüften unerlässlich.

Beim Lüften kommt es darauf an, die komplette Raumluft so schnell und effektiv wie möglich auszutauschen. Dazu ist das Querlüften am besten geeignet.

Das richtige Lüften

Durch den schnellen Luftaustausch bleibt die in den Wänden und dem Mobiliar zwischengespeicherte Wärmeenergie erhalten und hilft zusätzlich zu den Heizkörpern mit, die hereingeströmten Luftmassen schnell zu erwärmen. Dadurch steigt auch das Behaglichkeitsgefühl.

Stellen Sie sich nun die Luft im Raum als einen riesigen Schwamm vor, den Sie beim Lüften hereinholen:

Der kalte Schwamm von Außen wird im Inneren des Hauses nun schnell erwärmt. Da zum erwärmen von Gasen – also Luft – wesentlich weniger Energie benötigt wird als zum Erwärmen von Festkörpern, wird nur ein geringer Anteil der in den Wänden zwischengespeicherten Wärme benötigt.

Je wärmer der Schwamm ist, desto mehr Feuchtigkeit kann er aufnehmen. Das Saugvermögen des Schwammes wird durch Wärmeenergie erhöht. Daher kann nun der warme und somit durstige Schwamm die überschüssige Feuchtigkeit aus der Umgebung aufsaugen.

Beim nächsten Querlüften tauschen Sie den voll gesogenen, nassen Schwamm gegen einen trockenen und frischen Schwamm aus. Durch stetige Wiederholung dieses Vorganges kann man auch sehr feuchte Wohnungen trocknen und für ein behagliches Raumklima sorgen.

Diese effektive Art des Lüftens steigert die Behaglichkeit und spart Heizkosten. Die Wohnung bleibt trocken. Feuchte Außenwände trocknen langfristig aus und das Wärmedämmvermögen wird gesteigert. Dadurch sinkt der Verlust an Heizenergie. Somit ist effektives Lüften ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz!

Der Sauerstoff wird erneuert und verbrauchte Atemluft und Kohlendioxid werden schnell abgelüftet. Schadstoffe werden entfernt und das Atmen fällt leichter. Den oft beklagten Ermüdungserscheinungen und Schleimhautreizungen wird aktiv vorgebeugt.

Weil durch den schnellen Luftaustausch kaum Wärmeenergie verloren geht, sinken die Innentemperaturen nur gering und kurzfristig ab. Die weit verbreitete Angst, dass der Lüftungsvorgang – besonders bei Kleinkindern – zu Erkältungskrankheiten führt, ist unbegründet. Eine Reihe weiter wertvoller Tips haben wir hier für Sie zum downloaden bereitgestellt.

13 Tipps zum richtigen Heizen und Lüften finden Sie, wenn Sie hier klicken.

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