Allergien

Die Anzahl der Allergien hat in den letzten 30 Jahren drastisch zugenommen.

Sie werden inzwischen mit so vielsagenden Begriffen wie „Volkskrankheit“

und „Zivilisationkrankheit“ umschrieben. Die Zahl der bekannten Allergie

auslösenden Stoffe (Allergene) hat die 100.000 schon weit überschritten.

Das klingt entmutigend. Daher sei an dieser Stelle auch nur ein kurzer

Überblick mit dem Schwerpunkt Schimmelpilzallergie gegeben.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Literatur- bzw. Linkliste unserer Homepage.

Die häufigsten Allergene werden über die Luft beim Atmen aufgenommen. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Naturstoffe wie Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben und Schimmelpilze. Die Angaben über die Häufigkeit von Reaktionen auf Schimmelpilzallergenen schwankt zwischen 1% (Loidolt et al. 1989) und 31% (Schata 1987). Auch diese Angaben tragen eher zur Verunsicherung bei, als dass sie der Aufklärung dienen.

*Fakt ist, dass Personen mit einem geschwächten Immunsystem als besonders gefährdet gelten. Dies gilt im Besonderen für Kleinkinder, da sich bei ihnen das Immunsystem noch im Aufbau befindet, sowie für ältere Menschen, bei denen die Immunkompetenz mit steigendem Alter immer mehr abnimmt.*

Auch bei folgenden  Krankheiten sind die betroffenen Personen besonders durch eine Infektionen mit Schimmelpilzen gefährdet [1]:

  • Anämie, Leukämie, Leukopenie und anderen Erkrankungen des Knochenmarks

  • Autoimmunkrankheiten, besonders bei immunsuppressiver Therapie

  • Diabetes mellitus, dekompensiert oder mit Spätkomplikationen

  • HIV-Infektion, im Stadium der manifesten AIDS-Erkrankung

  • Immunsuppressive Therapie, z. B. nach Organtransplantationen

  • Leberdysfunktionen, z.B. bei chronischem Alkoholismus, chronischer Hepatitis B und C

  • Lungenerkrankungen, wie Tuberkulose, Asthma, chronischer obstruktiver Bronchitis

  • Malignome, bei oder nach Strahlentherapie und Chemotherapie

  • Terminale Niereninsuffizienz, dialysepflichtig


Aber auch für gesunde Menschen mit völlig intaktem Immunsystem muss gelten:

Schimmelpilz hat in der Wohnung nichts zu suchen!!!

Denn der Schimmelpilz kann der berühmte „letzte Tropfen“ sein, welcher das Fass zum überlaufen bringt. Besonders in Verbindung mit Tierhaaren und Hausstaubmilben kann er starken Allergien zum Ausbruch verhelfen und das Leben in den eigenen vier Wänden unerträglich machen.
Als ein weiterer, stark unterschätzter Risikofaktor sei das Rauchen genannt: Die schwarzumrandeten Aufschriften auf den Zigarettenpackungen warnen vor ernsten Gesundheitsschäden, Krebs oder Veränderungen des Erbgutes. Abgesehen davon, dass findige Marketing-Manager sehr schnell „modische Schutzhüllen“ auf den Markt warfen, um den Raucher beim Ignorieren der Gefahren seiner Sucht wirkungsvoll zu unterstützen, fehlt in der Aufzählung der Risiken ein äußerst wichtiger Aspekt :

Rauchen fördert und initiiert eine „Volkskrankheit“: Die Allergie!

In der Medizin wird heute nicht mehr angezweifelt, dass Rauchen Allergien auslösen oder fördern kann. In Fachkreisen gilt das Rauchen, ob passiv oder aktiv, als einer der Hauptauslöser von Allergien. Allergieausloeser TierhaareSpeziell in Zusammenhang mit anderen Allergieauslösern wie Hausstaubmilben, Tierhaaren, Pollen oder Schimmelpilzen kann eine zusätzliche Belastung durch Zigarettenrauch zum Ausbruch von Allergien oder zur Verstärkung der Symptome führen.

Immer wieder wird von den Rauchern auf frühere Generationen hingewiesen, welche angeblich vor der Einführung des elektrischen Lichtes stärkeren Belastungen durch Rauchentwicklungen ausgesetzt waren, aber „nicht so empfindlich“ reagierten. Das dieses Argument nicht greift, lässt sich am Vergleich der Schadstoffemissionen zwischen Kerzen und einer Zigarette belegen. Allein der eklatante Unterschied beim berüchtigten Formaldehyd, welches z.B. aus Spanplatten diffundiert und erhebliche Gesundheitsbeschwerden auslösen kann, macht das schädliche Potential von Zigarettenrauch deutlich.

Schadstoffkonzentration in der Umgebungsluft nach
Kerzenabbrand [2]

Beobachtete Luftkonzentration (in ng/m³) einiger Verbindungen nach dem Abbrand von 600g Kerzenbrennmasse gegenüber einer! Zigarette in einem Wohnraum (50m³) ohne Luftaustausch. Die Menge von 600g entspricht dem vierstündigen Abbrennen von 30 Kerzen!

Somit entsteht beim Rauchen einer einzigen Zigarette die 3.500-fache Menge an Formaldehyd gegenüber dem, was 30 Paraffinkerzen innerhalb von 4 Stunden produzieren! Beim krebserregenden Benzol(a)pyren ist es gar das 29.000-fache.

Als eine der ersten und effektivsten Maßnahmen gegen Innenraumschadstoffe muss daher ein Vermeiden des Rauchens in geschlossenen Räumen stehen! Dies gilt besonders, wenn Familienmitglieder allergische Reaktionen gleich welcher Art zeigen, oder Kinder anwesend sind! Ein Kleinkind wiederholt in kleinen Räumen, wie z.B. in einem Auto, dem Rauch einer Zigarette auszusetzen, erfüllt nach unserer Auffassung den Tatbestand der Körperverletzung!

Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die oben angegebenen Messwerte nicht auf die Emissionen von Duftkerzen übertragbar sind! Die von diesen mit Duftölen betriebenen Lampen, oder auch aromatisierten Kerzen freigesetzten Stoffe können ihrerseits zu allergischen Reaktionen oder Irritationen der Schleimhäute führen. Deshalb möchten wir empfindlichen Personen vom Gebrauch dieser Art von Lampen oder Kerzen abraten.

[1] Nach Stalder und Bünger 1996

[2] Quelle: Chemie in unserer Zeit 6/2003 Seite 424ff. [Einheit (ng/m³ ) = Nanogramm pro Kubikmeter Luft]

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